Breaking News

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

  • Foto: BFKDO Klagenfurt-Land

FÖHNSTURM „YVES“ verursacht massive Schäden im Bezirk Klagenfurt-Land

Am 11. Dezember 2017 zog ein Föhnsturm über Kärnten, der zu einem der größten Einsatzaufkommen der letzten Jahre in Kärnten führen sollte. Bereits ab den Mittagsstunden waren zahlreiche Feuerwehreinsätze zu verzeichnen. Gegen 18 Uhr sind bereits mehr als 100 Einsatzadressen in der LAWZ eingegangen. Am ärgsten betroffen war der Abschnitt Rosental, aber auch in den Abschnitten Grafenstein und Wörthersee konnten etliche Einsätze verzeichnet werden. Der Sturm beruhigte sich erst in den frühen Morgenstunden des 12. Dezember.

MONTAG, 11.12.2017

Abschnitt Rosental

Gegen Mittag wurden die Feuerwehren des Abschnittes Rosental zu den ersten Einsätzen alarmiert. Seit dem späteren Nachmittag waren sämtliche 24 Feuerwehren des Abschnittes Rosental im Einsatz, um Schadensbegrenzung im Groß-Schadenszenario in Folge des Föhnsturms zu betreiben. Die LAWZ gab sämtliche Einsatzadressen der Florianstation Ferlach weiter, die eine Priorisierung der Einsatzstellen durchführte. In den Abendstunden waren viele Hauptverkehrsverbindungen wie beispielsweise die Loiblpaßstraße (B91) zwischen Maria Rain und Ferlach unpassierbar und dadurch gesperrt. Hier waren zwischenzeitlich zahlreiche Fahrzeuge zwischen umgestürzten Bäumen und einer gerissenen Stromleitung eingeschlossen und mussten von den Feuerwehren befreit werden. Ein LKW sowie ein PKW wurden sogar von Bäumen getroffen und schwer beschädigt, die Fahrer blieben unverletzt. Besonderes Glück hatte ein Lenker eines PKW – er wurde aufgrund eines Baumes, der auf den PKW fiel eingeklemmt und musste mit leichten Verletzungen von der Feuerwehr befreit werden. Betroffen waren die Gemeinden Köttmannsdorf, Ludmannsdorf, Maria Rain, Feistritz im Rosental, St. Margareten, Zell-Pfarre und Ferlach. Die Gemeinde Zell war überhaupt nicht erreichbar.

Im Gemeindeamt Ferlach wurde ein Krisenstab mit Vertretern der Einsatzorganisationen, Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Gerfried Bürger und Einsatzleiter Abschnittsfeuerwehrkommandant ABI Karl-Heinz Mikl sowie dem Bürgermeister Ingo Appé gebildet. In diesem Gremium wurde auch beschlossen, dass auf Grund der herrschenden Bedrohungslage weitere Verkehrswege, wie auch die Loiblpass Straße (B91) zwischen Unterloibl und dem Loibltunnel gesperrt werden müssen. Eine Öffnung der genannten Straßen ist durch laufende Baumstürze nicht möglich. Eine neue Lagebeurteilung kann erst in der Früh des 12.12. erfolgen, sobald bei Tageslicht die Situation wieder besser einschätzbar ist. Die bis dato laufenden Einsätze beschränken sich auf die Beseitigung von Bäumen und provisorisches Abdecken von Häusern in den jeweiligen Ortsgebieten. Die Entfernung von Bäumen von den Stromleitungen wurde ebenfalls durchgeführt. Teile der Wasserversorgung der Stadtgemeinde Ferlach sind ebenfalls ausgefallen, auf Grund der Gefahr im Wald besteht derzeit keine Möglichkeit diese zu erreichen.

Abschnitte Grafenstein und Wörthersee

Im Abschnitt Grafenstein kam es auch zu einigen Einsatzstellen in den Gemeinden Ebenthal und Grafenstein! Dabei wurde unter anderem der Sportplatz in Grafenstein verwüstet. Ein PKW wurde bei einem Verkehrsunfall mit einem umgestürzten Baum beschädigt. Im Einsatz standen hier die Feuerwehren Ebenthal, Radsberg, Zell-Gurnitz, Mieger und Grafenstein. Im Abschnitt Wörthersee mussten die Feuerwehren auch zu mehreren Einsatzstellen ausrücken! Die Freiwillige Feuerwehr Krumpendorf musste im Bereich Jerolitsch mehrere Bäume entfernen.

DIENSTAG, 12.12.2017

Am Dienstag, den 12.12. gingen die Aufräumarbeiten in allen drei Abschnitten von Mitternacht weg weiter. Die erste Alarmierungswelle zum Austausch der Kräfte wurde gegen 05:00 Uhr durchgeführt. Erschwerend kam auf diesem Tag noch der hohe Wasserstand der Flüsse und Bäche, und das anfallende Schmelzwasser bzw. die hohen Regenmengen hinzu.

Auf Anforderung des Einsatzstabes wurden in der Früh Notstromaggregate vonm Kärntner Landesfeuerwehrverband angefordert. Die Feuerwehren Ferlach, Unterferlach, Waidisch, Glainach-Tratten, Kirschentheuer, Ressnig, Köttmannsdorf, Maria Rain, Kappel an der Drau, Weizelsdorf, St. Johann im Rosental, Feistritz im Rosental, Wellersdorf, Ludmannsdorf, Maria Rain, Göltschach und Saberda zu weiteren Aufräumarbeiten alarmiert. Die Einsätze wurden weiterhin vom Florian Ferlach vergeben. Durch das kontinuierliche Eintreffen von Einsatzadressen mussten die Feuerwehren Suetschach, Hundsdorf, Zell-Freibach, Zell-Pfarre, St.Margareten im Rosental und Gotschuchen alarmiert werden. Somit standen wieder alle 24 Feuerwehren des Abschnittes im Einsatz. Bei Erkundungsflügen wurden die Feuerwehren durch Hubschrauber des Innenministeriums unterstützt.

Der Einsatzstab wurde auch durch Landesfeuerwehrkommandant LBD Ing. Rudolf Robin, Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter LBDS Dietmar Hirm, Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser unterstützt. Die Polizei, die Landesstraßenverwaltung und die Störungstrupps der KELAG waren im Dauereinsatz. Umgestürzte Bäume, gerissene Stromleitungen, überflutete Straßen und Keller abgedeckte Häuser, und Notstromversorgungen wurden von den Einsatzkräften bewerkstelligt. Am Nachmittag konnten die Bundes- und Landesstraßen bereits größtenteils freigegeben werden. Die Drehleiter der Freiwillige Feuerwehr Viktring Stein-Neudorf wurde nach Göltschach zur Unterstützung bei den abgedeckten Gehöften angefordert. Die Einsätze dauerten bis in die späten Abendstunden des 12.12.2017 an. Zur Unterstützung der Aufräumarbeiten werden am 13.12. Pioniers des Österreichischen Bundesheeres in das Rosental ausrücken.

Abschnitte Grafenstein und Wörthersee

In den frühen Morgenstunden des 12.12. wurde die Freiwillige Feuerwehr Radsberg zu zahlreichen Sturmeinsätzen gerufen. Die Alarmierung der Feuerwehren Ebenthal, Zell-Gurnitz und Mieger wurde kurz darauf hin ebenfalls veranlasst. Zur Unterstützung wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Grafenstein hinzugezogen. Durch die laufend eintreffenden Einsatzstellen und die Tatsache, dass die komplette Ortschaft Kossiach von der Außenwelt abgeschnitten war, wurden von der Landesalarm- und Warnzentrale weitere Kräfte entsandt. Die Feuerwehren St. Thomas am Zeiselberg, St.Peter-Stegendorf, Maria Saal und Pischeldorf wurden zur Unterstützung alarmiert. Bis zum frühen Nachmittag konnten im Abschnitt Grafenstein alle Einsatzadressen erfolgreich abgearbeitet werden, so AFK-Stv. HBI Christian Karlbauer.

MITTWOCH, 13.12.2017

Am Mittwoch, den 12.12. gingen die Aufräumarbeiten wiederum weiter. Das Rosental mit den gemeinden Ferlach, Feistritz im Rosental und Zell bildeten das Schwerpunktgebiet.

Ab 07:50 Uhr heulten im Rosental wieder die Sirenen. Am Vormittag mussten die Feuerwehren Ferlach, Feistritz im Rosental, Hundsdorf, Göltschach, Zell-Freibach, Zell-Pfarre, Köttmannsdorf, Wellersdorf, und Grafenstein zu Einsätzen aufgrund der Wetterextreme ausrücken. Bäume mussten von den Straßen entfernt werden, abgedeckte Dächer mussten repariert werden und Bäume wurden in Zusammenarbeit mit der KELAG von den Stromleitungen geschnitten. Am Abend musste die Freiwillige Feuerwehr Radsberg die Gemeindestraße Richtung Kossiach freischneiden, die Feuerwehren Zell-Pfarre und Zell-Freibach führten Notstromversorgungen bei diversen landwirtschaftlichen Gehöften durch. Auch die Flughelfer des Bezirkes mit Landesleiter HBI Stefan Wernig an der Spitze sind am TÜPL Glainach bei der Betreuung der Bundesheer-Hubschrauber im Einsatz. Mit diesen werden die KELAG-Masten für die Wiederherstellung der Stromversorgung in der Gemeinde Bad Eisenkappel geflogen.

Die Einsätze in dieser Ausnahmesituation konnte durch das perfekte Zusammenspiel aller Feuerwehren mit der Florianstation Ferlach und der Landesalarm- und Warnzentrale, sowie aller Einsatzorganisationen und der KELAG vorbildhaft abgearbeitet werden, so Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Gerfried Bürger. Dies lobten auch Bezirkshauptmann Mag. Johannes Leitner, MBA, Abschnittsfeuerwehrkommandant ABI Karl Heinz Mikl, AFK-Stv. HBI Felix Filipic und AFK-Stv. HBI Christian Karlbauer und dankten zugleich allen eingesetzten Kräften für ihren unermüdlichen Einsatz. Im Rahmen einer Sitzung des Landeskoordinationsausschusses danken LFK Ing. Rudolf Robin, Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser und die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden allen eingesetzten Feuerwehrkameradinnen und Kameraden.


Quelle: BFKDO Klagenfurt-Land