• Foto: Branddirektion München

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München: Neujahrsempfang des Stadtfeuerwehrverbandes

Rund 500 Gäste aus den Reihen der Politik, der Wirtschaft und den Hilfsorganisationen konnte der Stadtfeuerwehrverband München im Alten Rathaussaal begrüßen.

Stadtbrandrat Rupert Saller begrüßte mit einem politischen Rückblick des Jahres 2017 die anwesenden Gäste. Darunter viele Vertreter aus den Reihen der Politik und der Wirtschaft. Nicht zu vergessen natürlich die Vertreter der Hilfsorganisationen, die sich hier ein Stelldichein gaben. Die Farbe Blau spielte dabei eine große Rolle. Der stellvertretende Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes gratulierte hierzu auch der Polizei. „Viele Jahre habt ihr euch bei uns abgeschaut wie gut wir aussehen, darum tragt ihr jetzt auch die gleiche Farbe“.

Nach der Begrüßung wurde der Oberbürgermeister Dieter Reiter um ein Grußwort gebeten. In einer humorvollen Rede dankte er den Einsatzkräften der Feuerwehr München und den Kollegen der anwesenden Hilfsorganisationen für ihre abgeleistete Arbeit im vergangen Jahr. Keine großen Einsatzlagen aus Sicht der Feuerwehr, weniger Unwettereinsätze und ein beschauliches Weihnachtsfest passen zum Jahr 2017. Herr Reiter betonte: „Unsere Feuerwehr ist mir und dem Stadtrat lieb und auch mal teuer. Wir investieren in den nächsten Jahren viele Millionen in den Neubau der Feuerwachen und das ist auch gut und wichtig“, so der Oberbürgermeister.

Anschließend folgten die Ehrungen des Stadtfeuerwehrverbandes München. Ein mehr als würdevoller Rahmen bietet hierfür der Neujahrsempfang. Zuerst wurden folgende Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr für 25-jährigen aktiven Dienst mit dem Silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen des Staatsministerium des Inneren für Bau und Verkehr ausgezeichnet:

• Ambros Christian, Abteilung Feldmoching
• Blank Claudias, Abteilung Stadtmitte
• Dann Markus, Abteilung Waldtrudering
• Holz Stephan, Abteilung Feldmoching
• Kühndel Markus, Abteilung Perlach
• Lafer Daniel, Abteilung Moosach
• Loder Markus, Abteilung Feldmoching
• Lommer Thomas Abteilung Harthof
• Meyer Thomas, Abteilung Oberföhring
• Pfnür Florian, Abteilung Waldtrudering
• Stärkl Christoph, Abteilung Oberföhring
• Zeilermeier Josef, Abteilung Aubing

Den Höhepunkt bildete dann die jährliche Ehrung couragierter Bürger. Diese werden ausgezeichnet mit der Silbernen Ehrennadel des Stadtfeuerwehrverband München. Die Laudatio wurde durch die Beirätin Dorita Plange moderiert. Hier konnten drei Bürger geehrt werden, welche durch besonderes Eingreifen anderen Menschen in Not helfen konnten.

  • Florian Bayer, ein damals 13-jähriger Bursche war am Badesee mit seinen Eltern. Er sah dabei ein kleines Mädchen im Wasser spielen. Plötzlich rutschte die 2-Jährige über die glatten Steine ins tiefere Wasser und ging unter.
    Sofort erkannte der Jugendliche die lebensbedrohliche Situation. Er eilte zu Hilfe und zog das Mädchen aus dem Wasser. Der hinzugerufene Rettungsdienst und Kindernotarzt kümmerten sich um das inzwischen wieder ansprechbare Kind. Durch das schnelle Eingreifen von Florian blieb das Unglück für das kleine Mädchen zum Glück ohne Folgen.
  • Katharina Miele, eine junge Frau aus der Au bemerkte in ihrer Wohnung einen Brandgeruch. Sie machte sich in ihrer Wohnung auf die Suche, konnte hier aber nichts finden. Dann ging sie in den Treppenraum und bemerkte den Brandrauch. Die Türe der Nachbarwohnung stand offen, ihr Nachbar ein pflegebdürftiger älterer Herr lag in der Türschwelle und hinter im brannte es in der Wohnung. Frau Miele setzte einen Notruf ab und zog ihren Nachbar aus der Wohnung. Anschließend zog sie die Türe zu, damit der giftige Brandrauch sich nicht im Treppenraum verbreiten konnte. So konnte der Nachbar gerettet und der Schaden nur auf die Brandwohnung begrenzt werden.
  • Manfred Kick fuhr mit seinem Fahrzeug im Feierabendverkehr auf der Autobahn. Er bemerkte, dass ein Fahrzeug vor ihm auf der linken Fahrspur deutlich langsamer wurde. Zuerst dachte er an einen technischen Defekt des Wagens. Aber der Pkw fuhr mit etwa 60 kmh auf der linken Fahrspur der Autobahn weiter und weiter. Mehrere Fahrzeuge überholten den Wagen rechts und gaben Gas. Herr Kick setzte sich rechts neben den Pkw und sah einen bewußtlosen Mann im Gurt hängen. Sofort war ihm klar, ich muss schnell handeln, bevor es zu einem schweren Unfall kommt. Selbstlos setzte er sich vor das Auto und bremste es ab indem er es auf seinen Tesla auffahren ließ. Er bremste seinen Wagen und brachte so das Fahrzeug zum Stehen. Anschließend zog er den Mann aus seinem Pkw, brachte ihn in Sicherheit und leistete bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Erste Hilfe.

Unter großem Applaus wurden die drei Retter von Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble, Stadtbrandrat Ruppert Saller und dem Oberbürgermeister Dieter Reiter für ihre selbstlosen Taten ausgezeichnet.

Das Schlusswort hatte traditionell der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes München, Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble. In seinem persönlichen Jahresrückblick sprach er über Glück und Unglück. Auch wenn die Feuerwehrfrauen und -männer sehr gut ausgebildet sind brauchen sie auch mal Glück um von den Einsätzen wieder gesund nach Hause zu kommen. „Dieses Glück hatten wir im letzten Jahr auf unserer Seite“ so der Münchner Feuerwehrchef. „Glück hatten wir auch, dass wir von großen Unwettern und Großschadensereignissen im letzte Jahr verschont blieben. Ein Unglück hat uns aber doch ereilt. Sicher ein komisches Gefühl für die Einsatzkräfte wenn man in der Einsatzmeldung hört: Brand im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr München“. Das Feuer richtete großen Schaden an und zerstörte Gerätehaus und Einsatzfahrzeuge. Doch auch hier war wieder Glück im Spiel. Das neuste Fahrzeug der Abteilung Freimann befand sich zum Zeitpunkt des Brandes gerade bei Wartungsarbeiten in der Werkstätte.

Weiter berichtete Herr Schäuble über die Inbetriebnahme der neuen Integrierten Leitstelle in der Feuerwache Schwabing. Ein neuer Meilenstein. Eine große Herausforderung wurde hier bewerkstelligt. Bereits 450.000 Anrufe wurden im zweiten Halbjahr in der neuen Einsatzzentrale entgegengenommen und mehr als 160.000 Einsätze disponiert. Zum Schluss gab der Oberbranddirektor einen kleinen Ausblick auf das Jahr 2018. Auch hier werden wieder große Bausteine gesetzt. Beim Neubau der Feuerwache Ramersdorf sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Hier kann man schon einen deutlichen Baufortschritt sehen. Auch die Einführung der neuen Feuerwehreinsatzkleidung die nach seinen Worten „modern, funktionsgerecht aber auch ein wenig cool ist“ wird das neue Jahr prägen. Mit den besten Wünschen für das neue Jahr bedankte sich der Oberbranddirektor bei allen Einsatzkräften für die - so wörtlich - „herausragende Leistung“.


Quelle: Branddirektion München