• Feuerwehr München

München: Wer bin ich?

Sonntag, 29. Oktober 2017, Heidelberg - München eingesetzte Kräfte: Berufsfeuerwehr Freiwillige Feuerwehr

Ein Ersuchen der nicht alltäglichen Art erreichte die Leitstelle München aus
Heidelberg.
Dort war ein Arzt aus Kenia heimgekommen und hatte nach der Ankunft seine Koffer
ausgepackt. Dabei befreite er einen blinden Passagier, einen Skorpion unbekannter
Art. Dieser zeigte sich von seiner aggressivsten Seite und stach den Mann.
Ein alarmierter Notarzt versorgte den Mann und transportierte ihn in eine
Heidelberger Klinik. Den Skorpion konnten sie einfangen und nahmen ihn auch mit.
Für die Behandlung eines Skorpionstiches ist es von elementarer Bedeutung,
ähnlich wie bei Schlangen die genaue Art zu kennen, um das richtige Gegenmittel
verabreichen zu können. Hier stellte sich nun aber das Problem heraus, dass
kurzfristig niemand das Tier genau zuordnen konnte.
Da sich in München das Toxikologische Institut befindet, kontaktierten die Kollegen
aus Heidelberg die Leitstelle München um hier Rücksprache zu halten. Die
Disponenten reagierten sofort und stellten zudem den Kontakt zu einem
Feuerwehrkollegen her, der sehr gute Verbindungen zur Reptilienauffangstation
München hat.
Mit Bildern des eingefangenen Spinnentieres berieten sich die Fachgruppen und
konnten das Tier auf die Unterart Hottentottas der Gattung Buthidae einordnen,
welche sehr stechfreudig und angriffslustig sind und zudem ein sehr potentes Gift
haben. Nun konnte das spezifische Gegengift ermittelt werden.

Es wurde KEIN Gegengift verabreicht, sondern eine symptombezogene Behandlung durchgeführt.
Nach vier Tagen konnte der Patient die Klinik ohne ernste Folgen seines Erlebnisses
verlassen.
(pyz)



Quelle: München Kreisverwaltungsreferat Branddirektion