16 österreichische Unternehmen wurden vom Österreichischen Bundesfeuerwehrverband gemeinsam mit Arbeitsministerin Schumann mit dem Award „feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber“ geehrt.
Diese Betriebe unterstützen bereits seit vielen Jahren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr engagieren. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des Feuerwehrwesens in Österreich und sichern die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr.
Die österreichischen Feuerwehren sind auf die Unterstützung der Arbeitgeber angewiesen, denn diese entscheiden freiwillig und nach eigenem Ermessen, ob sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Einsatz weglassen können. Diese Entscheidung kann und darf nur vom Unternehmen selbst getroffen werden. Die Auftragslage, Krankenstände und andere Abwesenheiten sind dabei zu berücksichtigen, weshalb sich eine gesetzlich verpflichtende Dienstfreistellung für ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter negativ auf den Betrieb und schlussendlich auch negativ auf Feuerwehrmitglieder am Arbeitsmarkt auswirken würde.
„Umso wichtiger ist es uns zu betonen, dass wir es zu schätzen wissen, wenn Unternehmen den Wert erkennen, den unsere ehrenamtlichen Feuerwehrmitglieder an der Gesellschaft leisten und unseren Frauen und Männern auch während der Arbeitszeit entgegenkommen, um zu Einsätzen ausrücken oder Aus- und Weiterbildungen absolvieren zu können. Viele Betriebe ermöglichen den Feuerwehren in ihrem Umfeld auch das Betriebsgelände für Übungen zu nutzen – ein Mehrwert für die Feuerwehr aber auch für den Betrieb, wenn sich die Einsatzorganisationen am Gelände orientieren und zurechtfinden können. So sind sie bestens vorbereitet, sollte es zu einem Einsatz kommen"
, zeigt sich Feuerwehrpräsident Robert Mayer dankbar für das gute Miteinander.
Preisträger 2026
Im Raiffeisen Forum in Wien wurden die Awards von Feuerwehrpräsident Robert Mayer und Bundesministerin Korinna Schumann sowie den jeweils zuständigen Landesfeuerwehrkommandanten überreicht.
Die Präsentationen der Unternehmen – von großen und weltweit agierenden Konzernen bis hin zu kleinen Familienbetrieben – machte die Vielfalt an Unterstützungsmöglichkeiten sichtbar.
- Burgenland: Josef Kamper Gesellschaft m.b.H. und Vossen GmbH & Co. KG
- Kärnten: Omya GmbH und Raiffeisenbank Mittelkärnten eG
- Niederösterreich: Benediktinerstift Melk und Feuerschutz Bayer GmbH
- Oberösterreich: IDEAL Kältetechnik GmbH und AGRANA Stärke GmbH
- Salzburg: Leube Zement GmbH und METALL-Tech Brugger Manfred GmbH.
- Steiermark: Pfleger Bau GmbH und Steirerfleisch GmbH
- Tirol: Zitt – Transporte Erdbau GmbH & Co KG und Holzbau Lengauer-Stockner GmbH
- Wien: Anna Kölbl, Landwirtschaft und collaborative.cloud e.U.
Bundesministerin Korinna Schumann: „Vieles, was unsere Gesellschaft stark macht, wäre ohne den Einsatz engagierter Menschen nicht möglich. Die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehren ist dabei eng mit der Unterstützung von Arbeitgebern verbunden. Wenn Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, im Ernstfall auszurücken, an Übungen teilzunehmen oder wichtige Aus- und Weiterbildungen zu absolvieren, leisten sie einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft und die Sicherheit unseres Landes. Die ausgezeichneten Betriebe zeigen eindrucksvoll, dass wirtschaftlicher Erfolg, gesellschaftliche Verantwortung und freiwilliges Engagement keine Gegensätze sind, sondern einander stärken.“
Sonderpreis für INTERSPAR Österreich
Seit 2025 besteht eine intensive Kooperation zwischen dem Österreichischen Bundesfeuerwehrverband und INTERSPAR Österreich. Die für INTERSPAR-Filialen zuständigen Feuerwehren bzw. Feuerwehrverbände profitieren von Pfandbon-Spenden, die Kundinnen und Kunden bei INTERSPAR tätigen können. Des Weiteren sind noch bis 26. Juli eigens kreierte „Floriani-Weckerl“ bei sämtlichen INTERSPAR Filialen erhältlich, der Reinerlös kommt ebenso dem österreichischen Feuerwehrwesen zugute.
Mag. Johannes Holzleitner, INTERSPAR Österreich-Geschäftsführer: „Die Feuerwehren leisten Tag für Tag Großartiges für unsere Gesellschaft. Mit den Pfandbonspenden und dem Floriani-Weckerl geben wir unseren Kund:innen die Möglichkeit, die Feuerwehren in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft und die Feuerwehrjugend direkt zu unterstützen. Für die Auszeichnung bedanke ich mich herzlich – sie gilt dem Engagement des INTERSPAR-Teams und unserer Kundschaft, die diese Unterstützung erst möglich machen.“
Feuerwehrpräsident Robert Mayer: „Die Sicherung der Tageseinsatzbereitschaft und alle Maßnahmen, die uns als Feuerwehr rasch in den Einsatz bringen, sind das Kostbarste und haben neben finanziellen Mitteln oder der Unterstützung bei Veranstaltungen eine sehr hohe Bedeutung für uns. Ich bedanke mich aufrichtig bei allen feuerwehrfreundlichen Arbeitgebern, die unser System auf so unterschiedliche Weise unterstützen und damit beweisen, dass neben den wirtschaftlichen Aspekten einer Unternehmensführung auch soziale Verantwortung, Menschlichkeit und die Sicherheit in Österreich entscheidende Erfolgsfaktoren sind.“
Einmaliges System: Feuerwehr Österreich
Das österreichische Feuerwehrwesen wird hauptsächlich von ehrenamtlichen, also unbezahlten Mitgliedern getragen. Jede bzw. jeder 25. Österreicherin bzw. Österreicher ist Mitglied in einer der rund 4.800 Feuerwehren (ca. 4.500 davon sind Freiwillige Feuerwehren, zudem gibt es sechs Berufsfeuerwehren und rund 300 Betriebsfeuerwehren). Durch das dichte und engmaschige Netz dieser Feuerwehren kann innerhalb von wenigen Minuten an nahezu jeder Einsatzstelle im Bundesgebiet geholfen werden – und das oft tagelang, überregional und auch international, ohne den Schutz einer Gemeinde in Österreich zu vernachlässigen.
Eine Entgeltfortzahlung, die 2019 im Nationalrat beschlossen wurde, ermöglicht unter gewissen Voraussetzungen (im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei einem Großschadensereignis mit mehr als 100 Einsatzkräften, die länger als acht Stunden im Einsatz stehen) eine Entschädigungszahlung für bestimmte Unternehmen (?200,- pro Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter und entfallenem Arbeitstag bei Entgeltfortzahlung). Diese Fortzahlung kann allerdings nur beantragt werden, wenn die Einsatzkraft Dienstnehmer ist. Eine Erweiterung auf bspw. Selbständige oder Landwirte wird vom Österreichischen Bundesfeuerwehrverband seit der Einführung gefordert, ebenso wie eine unbürokratischere Beantragung.
Quelle: OTS